Digitales Rechtemanagement (kurz DRM) ist der Überbegriff für verschiedene Verfahren zur Kontrolle der Verbreitung digitaler Medien, wie z. B. E-Books im Internet.
Im Wesentlichen unterscheidet man für den Schutz von E-Books zwischen „hartem“ DRM und „psychologischem“ DRM.
Hartes DRM
Das „harte“ DRM ist ein technischer Kopierschutz. Zentraler Anbieter für diese Art von Kopierschutz ist Adobe (Adobe Digital Editions). Vor dem Download eines mit „hartem“ DRM geschützten E-Books muss der Kunde zunächst die entsprechende Software installieren und sich bei Adobe registrieren lassen. Dadurch wird der Download komplizierter und zeitaufwändig. Auch die Notwendigkeit zusätzlicher Software und die Angabe persönlicher Daten für die Registrierung bei Adobe schreckt Interessenten vom Kauf des E-Books ab.
Problematisch ist auch, dass E-Books mit „hartem“ DRM nur von einem geringen Teil der möglichen Endgeräte angezeigt werden können, denn insbesondere für E-Books sehr interessante Multifunktionsgeräte wie das iPhone sind nicht mit dem Adobe-Kopierschutz kompatibel.
Noch schwerwiegender jedoch ist die Tatsache, dass im Internet ein Programm kursiert, mit dem das Kopierschutzsystem von Adobe problemlos gehackt werden kann. E-Books, deren Kopierschutz mit dem Programm entfernt wurde, können beliebig im Internet verbreitet werden – ohne Möglichkeit, den Täter zu identifizieren. Diese Sicherheitslücke betrifft E-Books aller Plattformen, die mit Adobe-DRM arbeiten und ist nicht libreka!-spezifisch.
„Psychologisches“ DRM (auch „social“ DRM)
Die Alternative zum „harten“ DRM ist das „psychologische“ oder „social“ DRM. Dabei wird das Dokument mit digitalen Wasserzeichen gekennzeichnet. Der Schutz mittels Wasserzeichen existiert für PDF-Dateien bereits seit längerem und wurde gemeinsam von libreka! und dem Fraunhofer-Institut speziell für EPUB-Dateien entwickelt. Bei diesem Verfahren werden der Name und die Registrierungsnummer des Käufers mehrfach unsichtbar und darüber hinaus auch sichtbar im E-Book hinterlegt. Nutz- und Lesbarkeit des E-Books werden dabei selbstverständlich nicht eingeschränkt.
Die sichtbaren Wasserzeichen haben den (psychologischen) Effekt, dem Nutzer vor Augen zu führen, dass es sich bei seinem E-Book um eine persönliche Kopie handelt, für die er als Käufer registriert ist. Da diese Wasserzeichen z. T. klar erkennbar sind, können sie jedoch mit einem gewissen Maß an Hacker-Energie entfernt werden. (Bei dem neuen Branchenstandard EPUB ist dies sogar noch einfacher als beim PDF-Format, weil sich bei ersterem um eine reine Textdatei handelt, die wie jedes Word-Dokument bearbeitet werden kann.) Aus diesem Grund wird das sichtbare durch ein unsichtbares Wasserzeichen ergänzt.
Die unsichtbaren Wasserzeichen werden an wechselnden Stellen in das E-Book integriert und sind nur mit prohibitiv hohem Aufwand aufzufinden und zu entfernen. Selbst in diesem Fall kann ein Hacker nie sicher sein, alle Wasserzeichen gefunden zu haben. Ebenso wie die sichtbaren Wasserzeichen geben auch die unsichtbaren Wasserzeichen Auskunft über den Käufer des E-Books – was die Barriere für unerlaubtes Kopieren zusätzlich erhöht und die Möglichkeit bietet, den Verursacher von Raubkopien zu ermitteln.
Alle in libreka! angebotenen E-Books, für die nicht vom Verlag ein „hartes DRM“ vorgegeben wurde, werden von libreka! mit dem „psychologischen“ DRM versehen.
Weder „psychologisches“ DRM noch „hartes“ DRM garantieren 100 %-ige Sicherheit vor Raubkopien. Der Download eines E-Books mit „psychologischem“ DRM ist jedoch für den Kunden deutlich unkomplizierter und bietet ihm ein einfach zu bedienendes persönliches E-Book, das auf vielen verschiedenen Endgeräten gespeichert und gelesen werden kann. Damit stellt der Schutz über „psychologisches“ DRM für die Verlage die bestmögliche Balance zwischen Schutz vor Raubkopien und Kundenorientierung dar.



